Perlen aus dem Kinderprogramm: Panique au Village

3. Januar 2009

Panique au Village ist eine 20 teilige Animations-Serie aus fünfminütigen Stop-Motion Animationen mit einem Indianer, einem Cowboy und einem Pferd als Hauptfiguren. Die Serie wurde von den zwei belgiern Stéphane Aubier und Vincent Patar geschaffen.

Für alle Figuren in der Animation wurden Spielzeug-Spielfiguren verwendet und damit frenetische, überaus surreale Geschichten mit absurdem Humor inszeniert. Und obwohl die Figuren Französisch sprechen, kann man der Handlung ohne Übersetzung folgen, im Gegenteil: das nicht wirklich verständliche Gebrummel der Pferdes und das hysterische Gekreische des Indianers und des Cowboys haben ihren ganz eigenen Charme.

Rating 8/10

Keine Ruhe für den neuen Bond: Quantum of Solace

2. Januar 2009

Der neue Film um den britischen Agenten James Bond Quantum of Solace ist an den hohen Erwartungen und an einer für die Bond-Serie neuen Strategie gescheitert, trotz Starregisseur Marc Forster. Dieser Artikel enthält erst einen Abschnitt über was man aus dem Vorgänger wissen muss und dann eine Analyse weshalb der Film, aus cineastischer Sicht, scheitert und welche Elemente trotzdem bemerkenswert sind.

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Der König des Misanthropen-Humors: Ricky Gervais in Ghost Town

1. Januar 2009

Die Geschichte von Ghost Town ist schmonzettenhaft unbedarft: Der durch und durch misantrope Zahnarzt Bertram Pincus kann nach einem Nahtoderlebnis Geister sehen, was ihm natürlich obermässig auf den Sack geht, umso mehr, weil die Geister alle etwas von ihm wollen. Allen voran Frank Herlihy, der möchte, dass Pincus die anstehende Hochzeit seiner verwitweten Frau Gwen verhindert. Natürlich verliebt sich Pincus in sie und kann sie aber erst gewinnen wenn er selber zu einem besseren Menschen wird.

Soweit die im grunde sehr vorhersehbare Geschichte, etwas kurz erzählt. Was den Film bemerkenswert macht, ist Ricky Gervais’ Leistung als sozial inkompetente Nervensäge Bertram Pincus. Gervais, der in der britischen Version von The Office den oberätzenden Chef David Brent gespielt hat, ist diese Rolle auf den Leib geschrieben. Wie schon in The Office gibt es zuhauf unangenehme Situationen in denen Pincus instinktiv das Falsche macht und sich dann durch irgendwelche unbeholfene Peinlichkeiten aus der Situation zu retten versucht.
Neben seiner äusserst kauzigen Art gibt er zudem billigsten Zahnarzt-Humor zum Besten.
Zu empfehlen, wenn man mehr oder weniger immun gegenüber 0815 Romanzen-Gedöns ist.

Rating 6/10

IMDB

Trailer:

The Savages

26. Dezember 2008

Wendy Savage (Laura Linney) und ihr Bruder Jon (Philip S. Hoffmann) hatten nie wirklich viel mit ihren Eltern zu tun. Als ihre Mutter stirbt, müssen sie sich um ihren an Demenz erkrankten Vater kümmern. Da schon aus rein medizinischen Gründen selber pflegen ausser Diskussion steht, stellt sich die Frage nach einem passenden Heim. Den Rest des Beitrags lesen »

Fred van der Kooij: Schauspielen im Film – Eine Votragsreihe im Filmpodium

16. Oktober 2008

Im Filmpodium der Stadt Zürich findet diesen Monat jeweils mittwochs um 18.30 eine Vortragsreihe zu Schauspielen im Film statt. Die Voträge hält Fred van der Kooij und sind wärmstens zu empfehlen.

Aus dem Filmpodium Programm:

Hartnäckig hält sich das Fehlurteil, wonach Filmschauspieler möglichst wenig zu tun hätten, weil jede Geste zu viel auf der Leinwand sogleich theatralisch wirke. Unser bewährter Mann für frische Blicke, der Filmregisseur und -dozent Fred van der Kooij, tritt in fünf Vorlesungen an, mit diesem Klischee aufzuräumen.

Van der Kooij Ausführungen sind kurzweilig und interessant, zudem illustriert er seine Ansichten mit FIlmausschnitten. Diese zeigt er zum Teil in analysierten Fassungen ein zweites Mal, wobei er jeweils Gesten und körperhaltungen hervorhebt.

Folgende Punkte haben sich für mich herauskristallisiert:

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Der Baader Meinhof Komplex: Nur die Knarre löst die Starre

16. Oktober 2008

Der Baader Meinhof Komplex ist ein Film über die Entstehung der ersten Generation der RAF, deren Festnahme, Prozess und versuchten Freipressung durch die Mitglieder der 2. Generation und endet 1977 mit dem Mord am entführten Hans Martin Schleyer.

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Die ewige Herausforderung: Shakespeares Romeo + Juliet

24. September 2008

Die Verfilmung eines Shakespeare Stückes stellt alle vor die gleichen zwei Probleme: In welcher Zeit soll der Film handeln, und in welcher Form werden die Dialoge im Film wiedergegeben?

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Phaenomenale Animation: Flatworld

19. September 2008

Dieser 1998 erschienene Animations-Kurzfilm wurde zu Recht mit Preisen überhäuft, so z.B. auch dem British Animation Award.

Die Animationen in Flatworld sind phänomenal: in 3D Settings werden die Einzelnen Figuren auf Kartonstücken in 2D animiert.  Zweidimensionales und Dreidimensionales wird gemischt und zusammen mit digitalen Lichteffekten und der Verwendung von Videosamples zu einem dichten und visuell echt spannenden Animationsfilm zusammengefügt.

Flatworld hat eine abgefahrene Geschichte und ist gespickt mit Anspielungen auf die Filmgeschichte, allen vor an einer Interpretation des Triells aus Sergio Leones The Good, The Bad and the Ugly. Definitiv ein Film der nicht nur Kindern sondern vor allem auch Erwachsenen gefällt.

Ich hab den Film auf youtube gefunden, in 3 Teile geteilt und erwartungsgemäss komprimiert, was nicht gerade ein berauschendes Sehvergnügen ist, aber dennoch schon so recht eindrucksvoll ist. Der Film ist aber auf der ersten Best of British Animation Awards DVD zu finden.

IMDB

Teil 1

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Solide Komödie: Son of Rambow

11. September 2008

Wie schon im letzten Jahr gewann auch dieses Jahr eine solide englische Komödie den Publikumspreis am Filmfestival in Locarno. Son of Rambow ist zwar nicht so grotesk wie der letztjährige Gewinner Death at the Funeral, doch ist es ein mit Wortwitz und schrillen Einfällen gefüllter Film, dessen Geschichte routiniert erzählt wird. Es ist der zweite Spielfilm Garth Jennings’, in seinem ersten nahm er sich erfolgreich der Herausforderung an The Hitchhiker’s Guide to the Galaxy zu verfilmen. Den Rest des Beitrags lesen »

Kaum nennenswert: Philadelphia, Married Life, There’s Something About Mary

10. September 2008

Philadelphia (1993)

Hollywood Schmonz mit Tom Hanks. Schwuler Anwalt wird befördert und dann unter seltsamen Vorwänden enlassen als sich erste Symptome von AIDS sichtbar machen. Darauf gehr er vor Gericht und gewinnt, bekommt 5 Millionen $ und stirbt. Das 2 Stunden lang mit Pathos, schwulen/homophoben Klischees und Anflügen von artsy Kamera-einstellungen zu surrealen „Momenten“ der Hauptfigur. Dieser Film war wahrscheinlich nur erfolgreich weil niemand Kritik üben wollte, aus Angst danach als homophob zu gelten. Bäh. Wer übrigens wirklich gute Gerichtsfilme schauen will, dem/der empfehle ich 12 Angry Men oder Witness for the Prosecution.
Rating 5/10

Married Life (2007 Ira Sachs)

Harry (Chris Cooper) betrügt seine Frau Pat mit der viel jüngeren Kay. Er möchte amliebsten nur noch mit ihr zusammen sein, getraut sich aber nicht seine Pat zu verlassen, da er ihr nicht weh tun möchte. Stattdessen beschliesst er sie umzubringen (Ach wie glaubhaft). Gleichzeitig spannt ihm sein bester Freund Richard Kay aus und zu all dem merkt er nicht dass ihn seine Frau ebenfalls betrügt. Gerade in der Nacht als er seine Frau vergiftet (so meint er zumindest) fliegt Richards Verhältnis mit Kay auf und er scheint alles an einem Abend verloren zu haben. Glücklicherweise stirbt seine Frau nicht und er lernt  von neuem an sie zu schätzen.

An sich ist an der Geschichte nicht viel ausszusetzen. Sie ist lediglich so lasch inszeniert und erzählt, dass sie jegliche Spannung verliert. Die Schauspieler spielen erwartungsgemäss solide, aber nicht herausragend – die Figuren sind dazu zu plump. Dieser Film wurde eindeutig durch die Einfallslosigkeit des Regisseurs vergeigt und beweist wieder einmal, dass ein gutes Cast keinen guten Film macht. Schade. Chris Cooper der in Adaptation oder American Beauty Glanzrollen hatte wird hier als Perle vor die Säue geschmissen.

Rating 5/10

There’s Something About Mary (1998)
In der schmalbrüstigen Hoffnung eine wirklich lustige Komödie zu sehen, habe ich diesen Film geschaut. Nein ich bereue es nicht, und gebe zu ich stehe auf billigen Slapstick. Das ist aber auch das einzige was an diesen Streifen lustig ist.

Zur Geschichte: Ted ist ein erfolgloser Schriftsteller der seine Jugendfreundin Mary nicht überwinden kann. Da sie unnauffindbar ist, heuert er den halbseidenen Detektiven Pat an. Der findet sie  in Miami, und verliebt sich gleich in sie. Ted gibt er an, dass Mary mitlerweilen hässlich dick und entstellt ist. Der Rest ist schnell erzählt: Ted findet heraus dass Pat ihn angelogen hat und mary nachgereist ist. alle legen darauf einander aufs kreuz am schluss will Mary nur noch Ted. Hurra.

Die Geschichte an sich ist nichts besonderes, die verfänglichen Situationen sind zwar als humoristische Situation biswilen sogar noch passabel, doch deren Auflösung doch recht plump: So wird z.B. Ted verhaftet weil er verdächtigt wird, einen Menschen kaltblütig in umgebracht zu haben. Ted aber meint er wurde verhafted, weil er einen Autostöppler mitgenommen hat (was in Florida verborten ist). Im Verör gibt er zu „es“ schon unzählige male gemacht zu haben und er bereue gar nichts und würde es jederzeit wieder tun etc. Diese Situation könnte fast endlos auf die Spitze getrieben werden, bloss wird dann in einen anderen Handlungsstrang weggeschnitten und als die Geschichte wieder zurückfindet, sind die Polizisten schon dabei sich zu entschuldigen, denn man habe jetzt den wirklichen Schuldigen gefunden.

In der Wikipedia steht unter „Kritiken“ zu There’s Something About Mary:

Postmoderne“ romantische Komödie, die typische Komik-Situationen durch eine Reihe grober Geschmacklosigkeiten auf eine extreme Spitze treibt und dabei auch vor zynischen Späßen auf Kosten von Minderheiten nicht zurückschreckt.
Lexikon des Internationalen Films gefunden in der Wikipedia

Wer auch immer das Verfasst hat sollte vielleicht mal Pink Flamingos von John Waters schauen, um sich ein Bild über extreme Spitzen der Geschmacklosigkeit zu machen.

SInd wir mal Milde:
Raring 6/10


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