Wie schon im letzten Jahr gewann auch dieses Jahr eine solide englische Komödie den Publikumspreis am Filmfestival in Locarno. Son of Rambow ist zwar nicht so grotesk wie der letztjährige Gewinner Death at the Funeral, doch ist es ein mit Wortwitz und schrillen Einfällen gefüllter Film, dessen Geschichte routiniert erzählt wird. Es ist der zweite Spielfilm Garth Jennings’, in seinem ersten nahm er sich erfolgreich der Herausforderung an The Hitchhiker’s Guide to the Galaxy zu verfilmen.
Son of Rambow spielt in den 80ern und erzählt die Geschichte vom elfjährigen Will, der aus einer streng religiösen Familie kommt und deshalb weder Musik hören, TV schauen noch mit nicht-religiösen Kindern zusammen spielen darf. Während die anderen Kinder in der Schule Schulfernesehen schauen, muss Will vor der Türe warten. Und so lernt er Lee, das Enfant terrible der Schule, kennen. Lee liebt Filme über alles, besitzt eine VIdeokamera und ist Autor bizarrer Clips. Er zeigt Will kurz eine Raubkopie des ersten Rambo Filmes der Will völlig aus den Socken haut. Darauf beschliessen die zwei für einen Nachwuchsfilmwettbewerb der BBC den Film Son of Rambow zu drehen.
Die beiden werden Dicke Freunde doch Wills religiöse Familie droht dem Filmprojekt eine Ende zu setzen. Zudem bleiben ihre Filmereien auch vor den Mitschülern nicht unentdeckt, so dass bald alle mitmachen wollen, allen voran der französische Austauschschüler und Mädchenschwarm Didier. Ein Umstand der die Freundschaft auf eine harte Probe stellt.
Der Film lebt vor allem von der Lebendigkeit der Einfälle der beiden Buben, die ihre Rollen mit sehr viel überzeugung und leichtigkeit spielen. Die atmosphäre der 80er ist sehr schön widergegeben, mit ganz vielen Seitenhieben und Anspielungen auf figuren der damaligen Zeit. Ebenso gelungen sind die Momente in denen das Original First Blood persifliert wird.
Der Film ist jedoch auch eine klare Botschaft gegen das religiös motivierte wegsperren von Kindern, und für ein Leben in denen Kinder die Gelegenheit bekommen, ihre Phantasie zu entfalten und eben Kinder zu sein.
Rating 7/10